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Nachhaltiges Investieren ist zu einem Modebegriff geworden. Alle sprechen von «Green Money» («grünem Geld»), «Social Investments» («soziale Anlagen») oder «Sustainable Investments» («nachhaltige Anlagen»). Die Idee dahinter ist sinnvoll: Anleger und Finanzinstitute sollen verantwortungsvoll investieren - Banken und Vermögensverwalter sollen dafür die entsprechend nachhaltigen Finanzinstrumente zur Verfügung stellen.
Eine verbreitete Einteilung der Kriterien ist diejenige in ökologische Kriterien (Umweltkriterien), soziale Kriterien und Corporate-Governance-Kriterien. Dabei werden ökologische, soziale und ethische Kriterien aber nicht immer genau differenziert. Auch variieren die konkreten Kriterien und Massstäbe an nachhaltige Anlagen von Investor zu Investor: Ein genauer Blick auf die getätigten Anlagen lohnt sich deshalb in jedem Fall.
Nachhaltige Investments werden entweder negativ nach dem Ausschlussverfahren oder positiv mit einer Anzahl von zu erfüllenden Kriterien bestimmt. Beim Ausschlussverfahren werden Unternehmen oder ganze Branchen oder Staaten, die den definierten Kriterien oder Normen nicht genügen, aus den Anlagen ausgeschlossen. Beispiele für Ausschlusskriterien von Finanzanlagen: Investition in Kernenergie oder Genmanipulation (gemäss Umwelt-Kriterien), Investition in Rüstungsgüter oder Tabak (gemäss sozialen Kriterien), Investition in korrupte Unternehmen (gemäss Corporate-Governance-Kriterien).
Weitere Auswahlmethoden sind Best-in-Class-Verfahren, wonach jeweils nur in diejenigen Unternehmen oder Finanzinstrumente investiert wird, die innerhalb der Vergleichsgruppe am besten abschneiden. Prinzipiell können praktisch alle Finanzinstrumente «nachhaltig» sein, sofern sie die definierten Nachhaltigkeitskriterien erfüllen: Es gibt also nachhaltige Aktien, Festgelder, Obligationen (Anleihen), Vorsorgeprodukte, Anlagefonds, Dachfonds, Sparkonti oder Finanzierungen wie Private Equity.
Nachhaltigkeit (Sustainability): Der Begriff Nachhaltigkeit steht für die Nutzung eines Systems (wie etwa einer Gesellschaft oder eines Ökosystems), so dass dieses System in Zukunft mit seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt. Beispielsweise sollen die Weltmeere nur so stark befischt werden, dass es auch in Zukunft noch genügend Fische gibt und ein vernünftiger Fischfang für kommende Generationen weiterhin möglich ist. Nachhaltigkeit hat häufig verschiedene ökologische, ökonomische und soziale Komponenten, die zusammen in Wechselwirkung stehen.
Nachhaltige Themenfonds: Investieren in erster Linie in spezifisch nachhaltige Themengruppen wie erneuerbare Energien, nachhaltige Rohstoffnutzungen oder Mikrofinanzen.
UN Principles for Responsible Investment (UN PRI): Grundsätze für verantwortliches Investieren durch die UNEP Finance Initiative. Die Unterzeichnenden verpflichten sich zu verschiedenen Grundsätzen und ein Engagement in Sachen Nachhaltigkeit. In der Schweiz haben über 40 Finanzdienstleister die UN-PRI unterzeichnet.