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Bankenbarometer: Schweizer Privatbanken unter Druck
Das Schweizer Bankenbarometer von Ernst & Young basiert auf einer Umfrage bei 120 Geschäftsleitungsmitgliedern von mehreren Schweizer Banken. Bei 35% der Institute handelte es sich um Privatbanken, bei weiteren 35% um Regionalbanken und bei je 15% um Kantonal- und Auslandsbanken.
Nur noch 15 Prozent der befragten Schweizer Banken beurteilt die aktuelle Situation des Bankenplatzes Schweiz als positiv – im letzten Jahr waren es mit 52 Prozent noch über die Hälfte. Immerhin 62 Prozent bewerten den Geschäftsgang als «eher positiv», ein Viertel als «negativ». Trotzdem ist Iqbal Khan, Leiter Banking & Capital Markets bei Ernst & Young, der Ansicht, dass die Schweizer Banken die weltweite Finanzkrise und die europäische Schuldenkrise bislang relativ gut überstanden hätten.
Privatbanken haben wenig Grund zum Feiern
Besonders die Schweizer Privat- und Auslandsbanken haben wenig Grund zum Feiern: Rund 40 Prozent müssen eine rückläufige Entwicklung hinnehmen. Privat- und Auslandsbanken spüren in ihrem Kerngeschäft, dem Private Banking, den markant gestiegenen Konkurrenzdruck. Zusätzlich erschwert wird das Umfeld durch sinkende Margen und steigende Kosten durch neue regulatorische Anforderungen.
Passive Anleger als Herausforderung
Allgemein erwarten die befragten Bankinstitute für 2012 weiterhin eine eher schwierige Zeit. Als wichtigste negative Auswirkungen werden das tiefe Zinsniveau, der regulatorische und politische Druck sowie die Passivität der Anleger durch die allgemeine Verunsicherung an den Finanzmärkten genannt. Die befragten Banken gehen allerdings mehrheitlich davon aus, dass sie von der Krise nicht negativ betroffen sind – das gilt vor allem für die befragten Kantonalbanken, die von einer gestärkten eigenen Position gegenüber den anderen Banken ausgehen.
Neue Vorschriften in der Anlageberatung
Als die wichtigsten Themen für die nächsten Monate werten die befragten Banken Zins- und Kreditrisikomanagement sowie neue Vorschriften in der Anlageberatung im Zusammenhang mit dem Vertriebsbericht der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) von 2010. Die Schweizer Anlageberatung dürfte als Folge stärker reglementiert und formalisiert werden müssen.
Schweizer Bankgeheimnis: Ungewisse Zukunft
Die Entwicklung des Bankkundengeheimnisses wird weniger positiv als vor einem Jahr beurteilt. Nur knapp weniger als die Hälfte der Banken erwarten eher positive bis positive Konsequenzen auf den Schweizer Bankenplatz. Vor allem die Auswirkungen der noch unsicheren Steuerabkommen werden defensiv beurteilt.
